Was ich damit sagen will: wenn Die öffentliche Hand so viel geiler wirtschaftet, dass sie sowohl die Arbeitnehmer besser bezahlen kann, als auch günstigere Mieten anbieten kann, warum nutzt sie dieses ganze Potenzial dann nicht, um massiv neu zu bauen?
Hier wird ein Argument gemacht, des besseren Wirtschaftens, für das ich keine Belege sehe.
Weil es politisch nicht gewollt ist. Wenn die Regierung möchte, dass Immobilien privaten Investoren gehören, dann investiert sie natürlich nichts in städtische Immobilien. Ist doch logisch.
Ja? Wenn man glaubt, dass eine Investition dumm ist, dann tätigt man sie nicht. Das ist eine so grundlegend logische Schlussfolgerung, dass ich nicht weiß, wie ich das noch ausführen soll.
Investitionen passieren nicht auf magische Art und Weise, weil sie wirtschaftlich sinnvoll sind, sondern weil Marktakteure glauben, dass sie wirtschaftlich sinnvoll sind. Dass sich Glaube und Realität zu 100 % decken ist eine Fehlannahme von Leuten, die denken, die unsichtbare Hand des Marktes reguliert alles perfekt. Das tut sie aber nur in einer idealen Welt, in der jeder Marktakteur bestens informiert ist und keine ideologischen oder emotionalen Verblendungen hat.
Die unsichtbare Hand regelt garnichts perfekt, auch weil das am Ende im Auge des Betrachters liegt. Höchstens effizient. Und grade auf dem Wohnungsmarkt haben wir viele Betrachter und zahlreiche Zielkonflikte. Günstige Mieten vs. modernen, energetisch sanierten Wohnraum. Wunderschäne Asphaltwüste auf dem Tempelhofer Feld vs. Bauland.
Das interessanteste ist aber, dass all diese Marktkritiker am Ende denken, dass ein Staat der sich aus genau so fehlbaren, korrupten und korrumpierbaren Gestalten zusammensetz dann am Ende bessere Ergebnisse hervorbringt. Weil den wählen wir ja mit Glück alle paar Jahre mal.
Ob sie allg. besser wirtschaften, weiß ich nicht aber rechtlich gesehen dürfen eben keine langfristigen gewinne gemacht werden und z.b. die spitzengehälter werden vom verwaltungsrat, in denen politische Vertreter sitzen, bestimmt.
Dadurch fließt ein guter Brocken geld zurück in die AöR, die dann damit Dinge tun kann, die aber vorgegeben sind (eben Neubau, Sanierung, günstigere mieten, Rücklagen, etc.).
Es wird ja viel öffentliches Geld in Neubau gesteckt, ich denke mal, warum gerade in Berlin die Vergesellschaftungsdebatte entbrennt, ist, der allg. Platzmangel in der Stadt (kein platz–>keine Konkurrenz bei hoher Nachfrage–> Markt regelt nicht). Berlin ist ja schon sehr verdichtet, da geht es wenn überhaupt (bin keine Berlinerin) eher in die weite peripherie.
In Städten mit viel Platz zum bauen, wird denke ich eher neues erschlossen, statt vergesellschaftet.
Was man auch nicht vergessen darf, dass viele Berliner wohnungen in privater konzernhand (am.Beispiel Vinovia sogar der größte teil) eigentlich öffentlich gebaut und irgendwann privatisiert wurden.
Wenn sie nicht besser wirtschaften kann man sich den Stunt sparen. Und AöR sind auch keine Garanten für weniger Verwaltungswasserkopf oder bessere/günstigere Dienstleistungen für die Kundschaft. Man schaue sich nur die viel zu vielen Sparkassen in Deutschland mit ihren meist objektiv schlechteren Bedingungen an.
Der Platzmangel in Berlin wird durch die Vergesellschaftung ja auch nicht adressiert. Man könnte ja mal das Tempelhofer Feld bebauen… ah ne… es gibt nen wünschdirwas Volksentscheid und der heilige Asphalt da darf nicht besudelt werden. Organische Nachverdichtung durch Bestandsmieter die viel Wohnraum für wenig Geld mieten will das deutsche Mietrecht auch nicht. Höher bauen ist auch böse.
Und natürlich hat es Gründe, warum Berlin seinen öffentlichen Bestand irgendwann veräußert hat. Der Grund war nicht, dass die Wohnungen so gut und günstig waren und die Anstalten so gut gewirtschaftet haben.
Wenn sie nicht besser wirtschaften kann man sich den Stunt sparen.
Gutes oder schlechtes wirtschaften ist sowohl öffentlich als auch privat möglich. Ich würde sogar behaupten dass bei den heutigen AnlegerInnenstrukturen es sogar sehr schwierig ist, privat langfristig gut zu wirtschaften, denn hier sind schnelle Ergebnisse sehr wichtig, um die AnlegerInnen bei Laune zu halten und Sanierungen liefern definitiv eher langfristige Vorteile. Das sind ja keine “traditionellen unternehmerischen Familien, die den langfristigen firmenerfolg von Generation zu Generation weitergeben wollen”.
Mit gut oder schlecht wirtschaften habe ursprünglich ich auch gar nicht argumentiert.
Und AöR sind auch keine Garanten für weniger Verwaltungswasserkopf
Das stimmt, öffentliche Strukturen neigen zu viel Verwaltung. Diese ist aber günstiger als die permanente enorme private gewinnabschöpfung und hat zudem nicht nur nachteile.
oder bessere/günstigere Dienstleistungen für die Kundschaft. Man schaue sich nur die viel zu vielen Sparkassen in Deutschland mit ihren meist objektiv schlechteren Bedingungen an.
Die Sparkassen arbeiten mit gewinnabschöpfung durch die Kommunen, deshalb hinkt der Vergleich ein wenig (nichtsdestotrotz ist der gewinn natürlich nicht privat und steht der Kommune und somit wieder der öffebtlichkeiz zur Verfügung). Zudem haben die Sparkassen unter anderem den politischen Zweck, auch in ländlichen gegenden Filialen und Automaten zu betreiben (für private lohnt sich das nicht), sowie servicepersonal möglichst bteitflächig zur Verfügung zu stellen. Das führt zu den hohen kontoführungsgebühren. Z.b. reine Direktbanken haben da natürlich auch bessere Konditionen. Ein Beispiel für eine öffentliche direktbank mit günstigen Konditionen ist imho die DKB als Tochter der bayrischen Landesbank. Objektiv schlechter sind die Sparkassen auch nicht, eben wegen der hohen ländlichen automatendichte (für landeier mit bargeldbedarf) und z.b. ältere, die mit digitalen Strukturen nicht gut klar kommen… Ob das jetzt nötig ist, sei dahingestellt aber die kosten kommen nicht von nichts uns müssen bei AöRs gerechtfertigt werden.
Ich musste in meinem leben schon häufig umziehen und bei der Wohnungssuche waren die öffentlichen preislich immer um einiges günstiger als die vergkeichbaren privaten, auch wenn es meistens Wartelisten gab und natürlich grundsätzlich Unterklasse oder untere Mittelklasse Wohnungen sind (für meinen bedürfnisse ausreichend und mehr Prunk könnte ich mir eh nicht leisten).
Der "Platzmangel in Berlin wird durch die Vergesellschaftung ja auch nicht adressiert. Man könnte ja mal das Tempelhofer Feld bebauen… ah ne… es gibt nen wünschdirwas Volksentscheid und der heilige Asphalt da darf nicht besudelt werden. Organische Nachverdichtung durch Bestandsmieter die viel Wohnraum für wenig Geld mieten will das deutsche Mietrecht auch nicht. Höher bauen ist auch böse."
Das stimmt natürlich. So wie ich es verstanden habe, war das aber auch gar nicht der Anspruch der Vergesellschaftung, zumindest hab ich noch nie als Argument gehört, dass dadurch mehr Wohnraum geschaffen wird.
Und natürlich hat es Gründe, warum Berlin seinen öffentlichen Bestand irgendwann veräußert hat. Der Grund war nicht, dass die Wohnungen so gut und günstig waren und die Anstalten so gut gewirtschaftet haben.
Man mag es nicht glauben aber das war Anfang der 2000er, wird parteiübergreifend bereut und es gab damals eine große Anzahl leerstehender Wohnungen in B (Google sagt 150000). Das ist offensichtlich nicht mehr der Fall, eher im Gegenteil.
Dazu kam der Berliner Bankenskandal und man hat gehofft, durch den Verkauf ein paar haushaltslöcher zu schließen.
Aber stimmt, hochverschuldet war die GSW damals schon (und keine AöR btw).
Im.öffentlichen Wohnungsbau (KP wie das bei der gsw war) sind aber hohe schulden normal und in der Regel unproblematische investitionsschulden. Das gilt genauso für unser privates Beispiel vonovia (40 mrd. Euro schulden), trotzdem können diese gewinne erwirtschaften.
Ich würde sogar behaupten dass bei den heutigen AnlegerInnenstrukturen es sogar sehr schwierig ist, privat langfristig gut zu wirtschaften, denn hier sind schnelle Ergebnisse sehr wichtig, um die AnlegerInnen bei Laune zu halten und Sanierungen liefern definitiv eher langfristige Vorteile.
Das ist erstmal irgendeine Behauptung. Ich will doch als Anleger, dass die Substanz aus der ich meinen Mietzins beziehe langfristig erhalten bleibt oder im zweifel sogar durch Sanierung aufgewertet wird, damit ich den Mietzins erhöhen kann. Alas, genau das verbietet der Milieuschutz in Berlin ja teilweise, wenn man so Luxussanierungen wie checks notes Duschkabinen einbaut. Eine Farce!
Diese ist aber günstiger als die permanente enorme private gewinnabschöpfung und hat zudem nicht nur nachteile.
Sie kann grundsätzlich günstiger sein, geschieht ja aber unter den selben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (hoher Zins, Teuerung), denen alle anderen Vermieter in Berlin unterworfen sind. Sie muss nicht günstiger sein und auf dem Weg kann viel schiefgehen. Aber paar neue Pöstchen springen dabei bestimmt raus.
Die Sparkassen arbeiten mit gewinnabschöpfung durch die Kommunen
Das kann man gut und gerne als rein theoretische Möglichkeit abheften. Sparkassen schütten so gut wie nichts an ihre Eigentümer aus. Ab und zu gibt es pressewirksam eine Spende an einen Kindergarten oder einen Barfußpfad. Das wars.
Zudem haben die Sparkassen unter anderem den politischen Zweck, auch in ländlichen gegenden Filialen und Automaten zu betreiben
Das mögen sich irgendwelche Boomer so wünschen, das ist nirgendwo festgelegt.
Ein Beispiel für eine öffentliche direktbank mit günstigen Konditionen ist imho die DKB als Tochter der bayrischen Landesbank.
Die Landesbank hat sich völlig aus der DKB zurückgezogen, die DKB ist keine Tochter mehr.
So wie ich es verstanden habe, war das aber auch gar nicht der Anspruch der Vergesellschaftung, zumindest hab ich noch nie als Argument gehört, dass dadurch mehr Wohnraum geschaffen wird.
Wenn nicht mehr Wohnraum geschaffen wird ändert es nichts am Wohnungsmangel. Der gemeine Berliner kann dann noch immer nicht umziehen, auch wenn er, könnte er in eine der dann vergemeinschafteten Wohnungen ziehen, dann weniger Miete zahlen würde. Ich könnte auch mehr Rentner in zu große Vierzimmerwohnungen setzen, mich freuen, dass die jetzt günstig wohnen. Bringt das der jungen Familie was?
Das gilt genauso für unser privates Beispiel vonovia (40 mrd. Euro schulden), trotzdem können diese gewinne erwirtschaften.
Hohe Schulden an sich sind ja nicht das Problem. Ich habe auch höhere Schulden als der mittlere Azubi. Relevant sind hier die Gewinne bzw. dass keine Verluste anfallen. Das Potenzial direkt auf den desolaten Berliner Haushalt durchzuschlagen, ist jedenfalls enorm.
Das ist erstmal irgendeine Behauptung. Ich will doch als Anleger, dass die Substanz aus der ich meinen Mietzins beziehe langfristig erhalten bleibt oder im zweifel sogar durch Sanierung aufgewertet wird, damit ich den Mietzins erhöhen kann.
Sie kann grundsätzlich günstiger sein, geschieht ja aber unter den selben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (hoher Zins, Teuerung), denen alle anderen Vermieter in Berlin unterworfen sind. Sie muss nicht günstiger sein und auf dem Weg kann viel schiefgehen. Aber paar neue Pöstchen springen dabei bestimmt raus.
Naja man kann ja die Lohnkostendifferenz zwischen öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften/privaren Wohnungsbaukonzernen mit den Gewinnen von größeren Wohnungsbaukonzernen vergleichen. Das mag zwar nicht allgemeingültig sein (z. B. in schlechten Zeiten für VermieterInnen, die aber derzeit in Berlin nicht gelten), also ganz aus der Luft gegriffen ist das jetzt auch nicht.
Das kann man gut und gerne als rein theoretische Möglichkeit abheften. Sparkassen schütten so gut wie nichts an ihre Eigentümer aus. Ab und zu gibt es pressewirksam eine Spende an einen Kindergarten oder einen Barfußpfad. Das wars.
2024 haben die hessischen Sparkassen (random Stichprobe) 35 Millionen an ihre Kommunen ausgeschüttet. Ob das viel oder wenig ist, sei dahin gestellt. Grundsätzlich müssen die Sparkassen, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, ca. 80 % ihres Gewinns in Kapitalrücklagen (als Sicherheit der Einlagen) stecken und ca. 20 % werden an die Träger abgegeben / gespendet. Es gibt für Sparkassen nur folgende Möglichkeiten, den Gewinn zu handhaben: Rücklagen bilden, ins nächste Geschäftsjahr übertragen, an den Träger ausschütten oder Spenden.
Das mögen sich irgendwelche Boomer so wünschen, das ist nirgendwo festgelegt.
Das ist gesetzlich exakt so festgelegt, nämlich in den Sparkassengesetzen der Länder. Z. B. (wieder random Stichprobe) gilt in BW laut § 6 Absatz 1 SpG (erster Satz):
“Die Sparkassen sind selbstständige Wirtschaftsunternehmen in kommunaler Trägerschaft mit der Aufgabe, auf der Grundlage der Markt- und Wettbewerbserfordernisse vorrangig in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft, insbesondere des Mittelstands, und der öffentlichen Hand mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen auch in der Fläche sicherzustellen.”
Sind halt Teil der kommunalen Daseinsfürorge.
Die Landesbank hat sich völlig aus der DKB zurückgezogen, die DKB ist keine Tochter mehr.
Wenn nicht mehr Wohnraum geschaffen wird ändert es nichts am Wohnungsmangel. Der gemeine Berliner kann dann noch immer nicht umziehen, auch wenn er, könnte er in eine der dann vergemeinschafteten Wohnungen ziehen, dann weniger Miete zahlen würde. Ich könnte auch mehr Rentner in zu große Vierzimmerwohnungen setzen, mich freuen, dass die jetzt günstig wohnen. Bringt das der jungen Familie was?
Ja, es werden dadurch keine Wohnungen gebaut, da hilft nur Wohnungen bauen :)
Alle die in den öffentlichen Wohnungen wohnen, zahlen dann halt weniger Miete. Hab mich schon häufig für öffentliche Wohnungen als Mieterin beworben. Da wird eigentlich immer zu bewerbung geprüft, wie viele einziehen und wer (z. B. mit kindern, behinderte, leute die sonst obdachloswerden, etc…). Die wohnungen werden immer bedarfsgerecht ausgebeben, ich bekomme als alleinstehender renter also keine 4 zimmer-wohnung zugeteilt. Dass trotzdem renter in zu großen öffentlichen wohnungen bleiben, hat damit zu tun, dass wenn z. B. die partnerin stirbt, die leute weiter wohnrecht behalten (bei mir wars damals die WG, die sich verkleinert hat, sobald man einmal angemietet hat, wurde das nicht mehr regelmäßig geprüft oder so, nur bei neuen Verträgen oder großen vertragsänderungen.
Es gibt da auch eine Prioritätenliste (das waren keine sozialwohnungen), jemand mit neugebohrenem und auslaufendem mietvertrag wurde z. B. in der warteliste hochgestuft. Eigentlich ganz nice, auch wenn ich persönlich immer ewig warten musste auf der liste.
Relevant sind hier die Gewinne bzw. dass keine Verluste anfallen. Das Potenzial direkt auf den desolaten Berliner Haushalt durchzuschlagen, ist jedenfalls enorm.
Ich glaube so langsam die diskussion ufert ein bisschen aus und mündet statt in einer gemeinsamen erkenntis aus unseren argumenten eher in rechthaberei (auch meinerseits).
Auch wenn es nicht höflich ist, sich, nachdem man das letzte wort hatte, rauszuziehen, tue ich das hiermit, sonst steigere ich mich noch random in was rein :)
Edit: bin verpeilt, das letzte Wort hast natürlich du und nicht ich, wenn ich mich verziehe
Was die Haltersauer einer Aktie Mit der Amortisation von Unternehmens Investitionen zu tun haben soll, ist mir nicht ganz klar. Würde das korrelieren, würden Aktien Unternehmen ja grundsätzlich keine langfristigen bzw. im Zeitverlauf weniger langfristige Investitionen tätigen. Dafür gibt es keine Anhaltspunkte.
Deutschlandweit machen die sich eher einen schlanken Fuß und bilden lieber Rücklagen, weil haben besser als brauchen.
Und wie du hier selbst zitierst sind die von Gesetzeswegen nicht zum aufstellen von Geldautomaten an jeder Milchkanne verpflichtet. Kreditwirtschaft geht heute auch ohne Bargeld oder Filiale.
Und die bedarfsorientierte Vergabe von Wohnungen in öffentlicher Hand klingt sinnvoll, wenn man ignoriert dass die Bedarfsungerechte Verteilung heute Ergebnis bestehender Regulierung ist. Noch dazu neue Regulierung wie auch die Vergesellschaftungen jetzt nicht nach Bedarf zuteilen sondern diejenigen segnen, die zufälligerweise jetzt darin wohnen. Schön für die Besserverdiener darin. Nicht gerechter. Wie man mir hier andernorts erklärt ist ja keine Verstaatlichung sondern Umwandlung in eine Genossenschaft geplant, was den Spielraum in Zukunft ja in die Hand der Genossen und eben nicht der Stadt gibt.
Was du nicht siehst, ist der öffentliche Wohnraum, der den Markt unterbietet und gleichzeitig noch mehr wird, weil sie nur dazu bauen. Warum?
Sorry ich verstehe die Aussage nicht
Da fehlt ein Wort.
Was ich damit sagen will: wenn Die öffentliche Hand so viel geiler wirtschaftet, dass sie sowohl die Arbeitnehmer besser bezahlen kann, als auch günstigere Mieten anbieten kann, warum nutzt sie dieses ganze Potenzial dann nicht, um massiv neu zu bauen?
Hier wird ein Argument gemacht, des besseren Wirtschaftens, für das ich keine Belege sehe.
Weil es politisch nicht gewollt ist. Wenn die Regierung möchte, dass Immobilien privaten Investoren gehören, dann investiert sie natürlich nichts in städtische Immobilien. Ist doch logisch.
Defizit durch Nichtwollen, soso.
Ja? Wenn man glaubt, dass eine Investition dumm ist, dann tätigt man sie nicht. Das ist eine so grundlegend logische Schlussfolgerung, dass ich nicht weiß, wie ich das noch ausführen soll.
Investitionen passieren nicht auf magische Art und Weise, weil sie wirtschaftlich sinnvoll sind, sondern weil Marktakteure glauben, dass sie wirtschaftlich sinnvoll sind. Dass sich Glaube und Realität zu 100 % decken ist eine Fehlannahme von Leuten, die denken, die unsichtbare Hand des Marktes reguliert alles perfekt. Das tut sie aber nur in einer idealen Welt, in der jeder Marktakteur bestens informiert ist und keine ideologischen oder emotionalen Verblendungen hat.
Die unsichtbare Hand regelt garnichts perfekt, auch weil das am Ende im Auge des Betrachters liegt. Höchstens effizient. Und grade auf dem Wohnungsmarkt haben wir viele Betrachter und zahlreiche Zielkonflikte. Günstige Mieten vs. modernen, energetisch sanierten Wohnraum. Wunderschäne Asphaltwüste auf dem Tempelhofer Feld vs. Bauland.
Das interessanteste ist aber, dass all diese Marktkritiker am Ende denken, dass ein Staat der sich aus genau so fehlbaren, korrupten und korrumpierbaren Gestalten zusammensetz dann am Ende bessere Ergebnisse hervorbringt. Weil den wählen wir ja mit Glück alle paar Jahre mal.
Ob sie allg. besser wirtschaften, weiß ich nicht aber rechtlich gesehen dürfen eben keine langfristigen gewinne gemacht werden und z.b. die spitzengehälter werden vom verwaltungsrat, in denen politische Vertreter sitzen, bestimmt. Dadurch fließt ein guter Brocken geld zurück in die AöR, die dann damit Dinge tun kann, die aber vorgegeben sind (eben Neubau, Sanierung, günstigere mieten, Rücklagen, etc.). Es wird ja viel öffentliches Geld in Neubau gesteckt, ich denke mal, warum gerade in Berlin die Vergesellschaftungsdebatte entbrennt, ist, der allg. Platzmangel in der Stadt (kein platz–>keine Konkurrenz bei hoher Nachfrage–> Markt regelt nicht). Berlin ist ja schon sehr verdichtet, da geht es wenn überhaupt (bin keine Berlinerin) eher in die weite peripherie. In Städten mit viel Platz zum bauen, wird denke ich eher neues erschlossen, statt vergesellschaftet. Was man auch nicht vergessen darf, dass viele Berliner wohnungen in privater konzernhand (am.Beispiel Vinovia sogar der größte teil) eigentlich öffentlich gebaut und irgendwann privatisiert wurden.
Wenn sie nicht besser wirtschaften kann man sich den Stunt sparen. Und AöR sind auch keine Garanten für weniger Verwaltungswasserkopf oder bessere/günstigere Dienstleistungen für die Kundschaft. Man schaue sich nur die viel zu vielen Sparkassen in Deutschland mit ihren meist objektiv schlechteren Bedingungen an.
Der Platzmangel in Berlin wird durch die Vergesellschaftung ja auch nicht adressiert. Man könnte ja mal das Tempelhofer Feld bebauen… ah ne… es gibt nen wünschdirwas Volksentscheid und der heilige Asphalt da darf nicht besudelt werden. Organische Nachverdichtung durch Bestandsmieter die viel Wohnraum für wenig Geld mieten will das deutsche Mietrecht auch nicht. Höher bauen ist auch böse.
Und natürlich hat es Gründe, warum Berlin seinen öffentlichen Bestand irgendwann veräußert hat. Der Grund war nicht, dass die Wohnungen so gut und günstig waren und die Anstalten so gut gewirtschaftet haben.
Wenn sie nicht besser wirtschaften kann man sich den Stunt sparen.Gutes oder schlechtes wirtschaften ist sowohl öffentlich als auch privat möglich. Ich würde sogar behaupten dass bei den heutigen AnlegerInnenstrukturen es sogar sehr schwierig ist, privat langfristig gut zu wirtschaften, denn hier sind schnelle Ergebnisse sehr wichtig, um die AnlegerInnen bei Laune zu halten und Sanierungen liefern definitiv eher langfristige Vorteile. Das sind ja keine “traditionellen unternehmerischen Familien, die den langfristigen firmenerfolg von Generation zu Generation weitergeben wollen”. Mit gut oder schlecht wirtschaften habe ursprünglich ich auch gar nicht argumentiert.
Und AöR sind auch keine Garanten für weniger VerwaltungswasserkopfDas stimmt, öffentliche Strukturen neigen zu viel Verwaltung. Diese ist aber günstiger als die permanente enorme private gewinnabschöpfung und hat zudem nicht nur nachteile.oder bessere/günstigere Dienstleistungen für die Kundschaft. Man schaue sich nur die viel zu vielen Sparkassen in Deutschland mit ihren meist objektiv schlechteren Bedingungen an.Die Sparkassen arbeiten mit gewinnabschöpfung durch die Kommunen, deshalb hinkt der Vergleich ein wenig (nichtsdestotrotz ist der gewinn natürlich nicht privat und steht der Kommune und somit wieder der öffebtlichkeiz zur Verfügung). Zudem haben die Sparkassen unter anderem den politischen Zweck, auch in ländlichen gegenden Filialen und Automaten zu betreiben (für private lohnt sich das nicht), sowie servicepersonal möglichst bteitflächig zur Verfügung zu stellen. Das führt zu den hohen kontoführungsgebühren. Z.b. reine Direktbanken haben da natürlich auch bessere Konditionen. Ein Beispiel für eine öffentliche direktbank mit günstigen Konditionen ist imho die DKB als Tochter der bayrischen Landesbank. Objektiv schlechter sind die Sparkassen auch nicht, eben wegen der hohen ländlichen automatendichte (für landeier mit bargeldbedarf) und z.b. ältere, die mit digitalen Strukturen nicht gut klar kommen… Ob das jetzt nötig ist, sei dahingestellt aber die kosten kommen nicht von nichts uns müssen bei AöRs gerechtfertigt werden. Ich musste in meinem leben schon häufig umziehen und bei der Wohnungssuche waren die öffentlichen preislich immer um einiges günstiger als die vergkeichbaren privaten, auch wenn es meistens Wartelisten gab und natürlich grundsätzlich Unterklasse oder untere Mittelklasse Wohnungen sind (für meinen bedürfnisse ausreichend und mehr Prunk könnte ich mir eh nicht leisten).Der "Platzmangel in Berlin wird durch die Vergesellschaftung ja auch nicht adressiert. Man könnte ja mal das Tempelhofer Feld bebauen… ah ne… es gibt nen wünschdirwas Volksentscheid und der heilige Asphalt da darf nicht besudelt werden. Organische Nachverdichtung durch Bestandsmieter die viel Wohnraum für wenig Geld mieten will das deutsche Mietrecht auch nicht. Höher bauen ist auch böse."Das stimmt natürlich. So wie ich es verstanden habe, war das aber auch gar nicht der Anspruch der Vergesellschaftung, zumindest hab ich noch nie als Argument gehört, dass dadurch mehr Wohnraum geschaffen wird.
Und natürlich hat es Gründe, warum Berlin seinen öffentlichen Bestand irgendwann veräußert hat. Der Grund war nicht, dass die Wohnungen so gut und günstig waren und die Anstalten so gut gewirtschaftet haben.Man mag es nicht glauben aber das war Anfang der 2000er, wird parteiübergreifend bereut und es gab damals eine große Anzahl leerstehender Wohnungen in B (Google sagt 150000). Das ist offensichtlich nicht mehr der Fall, eher im Gegenteil. Dazu kam der Berliner Bankenskandal und man hat gehofft, durch den Verkauf ein paar haushaltslöcher zu schließen. Aber stimmt, hochverschuldet war die GSW damals schon (und keine AöR btw). Im.öffentlichen Wohnungsbau (KP wie das bei der gsw war) sind aber hohe schulden normal und in der Regel unproblematische investitionsschulden. Das gilt genauso für unser privates Beispiel vonovia (40 mrd. Euro schulden), trotzdem können diese gewinne erwirtschaften.Das ist erstmal irgendeine Behauptung. Ich will doch als Anleger, dass die Substanz aus der ich meinen Mietzins beziehe langfristig erhalten bleibt oder im zweifel sogar durch Sanierung aufgewertet wird, damit ich den Mietzins erhöhen kann. Alas, genau das verbietet der Milieuschutz in Berlin ja teilweise, wenn man so Luxussanierungen wie checks notes Duschkabinen einbaut. Eine Farce!
Sie kann grundsätzlich günstiger sein, geschieht ja aber unter den selben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (hoher Zins, Teuerung), denen alle anderen Vermieter in Berlin unterworfen sind. Sie muss nicht günstiger sein und auf dem Weg kann viel schiefgehen. Aber paar neue Pöstchen springen dabei bestimmt raus.
Das kann man gut und gerne als rein theoretische Möglichkeit abheften. Sparkassen schütten so gut wie nichts an ihre Eigentümer aus. Ab und zu gibt es pressewirksam eine Spende an einen Kindergarten oder einen Barfußpfad. Das wars.
Das mögen sich irgendwelche Boomer so wünschen, das ist nirgendwo festgelegt.
Die Landesbank hat sich völlig aus der DKB zurückgezogen, die DKB ist keine Tochter mehr.
Wenn nicht mehr Wohnraum geschaffen wird ändert es nichts am Wohnungsmangel. Der gemeine Berliner kann dann noch immer nicht umziehen, auch wenn er, könnte er in eine der dann vergemeinschafteten Wohnungen ziehen, dann weniger Miete zahlen würde. Ich könnte auch mehr Rentner in zu große Vierzimmerwohnungen setzen, mich freuen, dass die jetzt günstig wohnen. Bringt das der jungen Familie was?
Hohe Schulden an sich sind ja nicht das Problem. Ich habe auch höhere Schulden als der mittlere Azubi. Relevant sind hier die Gewinne bzw. dass keine Verluste anfallen. Das Potenzial direkt auf den desolaten Berliner Haushalt durchzuschlagen, ist jedenfalls enorm.
Ja ist nur ne Behauptung, aber so ne Amortisation für ne energetische Sanierung liegt gerne mal bei 15 Jahren. Da schätze ich den Aktienmarkt ein wenig volatiler ein. https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/globalisierung/52590/aktienbestand-und-aktienhandel/ unten findest du eine Tabelle mit der typischen Haltedauer von AktionärInnen, die liegt bei unter einem Jahr,
Naja man kann ja die Lohnkostendifferenz zwischen öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften/privaren Wohnungsbaukonzernen mit den Gewinnen von größeren Wohnungsbaukonzernen vergleichen. Das mag zwar nicht allgemeingültig sein (z. B. in schlechten Zeiten für VermieterInnen, die aber derzeit in Berlin nicht gelten), also ganz aus der Luft gegriffen ist das jetzt auch nicht.
2024 haben die hessischen Sparkassen (random Stichprobe) 35 Millionen an ihre Kommunen ausgeschüttet. Ob das viel oder wenig ist, sei dahin gestellt. Grundsätzlich müssen die Sparkassen, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, ca. 80 % ihres Gewinns in Kapitalrücklagen (als Sicherheit der Einlagen) stecken und ca. 20 % werden an die Träger abgegeben / gespendet. Es gibt für Sparkassen nur folgende Möglichkeiten, den Gewinn zu handhaben: Rücklagen bilden, ins nächste Geschäftsjahr übertragen, an den Träger ausschütten oder Spenden.
Das ist gesetzlich exakt so festgelegt, nämlich in den Sparkassengesetzen der Länder. Z. B. (wieder random Stichprobe) gilt in BW laut § 6 Absatz 1 SpG (erster Satz): “Die Sparkassen sind selbstständige Wirtschaftsunternehmen in kommunaler Trägerschaft mit der Aufgabe, auf der Grundlage der Markt- und Wettbewerbserfordernisse vorrangig in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft, insbesondere des Mittelstands, und der öffentlichen Hand mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen auch in der Fläche sicherzustellen.” Sind halt Teil der kommunalen Daseinsfürorge.
Habe es nochmal nachgelesen, das stimmt nicht. Die DKB ist derzeit weiterhin 100 %ige Tochter der Bayern LB, die wiederum zu 80 % dem Land und zu 20% den bayrischen Sparkassen gehört: https://www.bayernlb.de/internet/de/blb/resp/bayernlb_rd/nachricht_379074.jsp
Du meinst bestimmt den Widerruf der Patronatserklärung (hab das Wort selbst zum ersten mal gehört, ist was schuldenrechtliches) 2021, das hat aber nicht direkt was mit der Eigentümerstruktur zu tun: https://www.nordlb.de/meine-nordlb/download/research-dokument-11531?cHash=2dd2db693ce91da64c003e33028b0418
Ja, es werden dadurch keine Wohnungen gebaut, da hilft nur Wohnungen bauen :) Alle die in den öffentlichen Wohnungen wohnen, zahlen dann halt weniger Miete. Hab mich schon häufig für öffentliche Wohnungen als Mieterin beworben. Da wird eigentlich immer zu bewerbung geprüft, wie viele einziehen und wer (z. B. mit kindern, behinderte, leute die sonst obdachloswerden, etc…). Die wohnungen werden immer bedarfsgerecht ausgebeben, ich bekomme als alleinstehender renter also keine 4 zimmer-wohnung zugeteilt. Dass trotzdem renter in zu großen öffentlichen wohnungen bleiben, hat damit zu tun, dass wenn z. B. die partnerin stirbt, die leute weiter wohnrecht behalten (bei mir wars damals die WG, die sich verkleinert hat, sobald man einmal angemietet hat, wurde das nicht mehr regelmäßig geprüft oder so, nur bei neuen Verträgen oder großen vertragsänderungen. Es gibt da auch eine Prioritätenliste (das waren keine sozialwohnungen), jemand mit neugebohrenem und auslaufendem mietvertrag wurde z. B. in der warteliste hochgestuft. Eigentlich ganz nice, auch wenn ich persönlich immer ewig warten musste auf der liste.
Man kann bei den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften die Bilanzen öffentlich einsehen. Die machen fast immer soliden gewinn und schütten geld an die kommunen aus, statt welches zu kosten. deshalb meinte ich ja die schulden sind investitionsschulden, die wirtschaften in deutschland sehr gut. Wieder random beispiel: https://www.saga.hamburg/SAGA.Hamburg/Über-uns/Unternehmensgruppe/Geschäftsbericht/2025/SAGA Geschäftsbericht 2025.pdf
Ich glaube so langsam die diskussion ufert ein bisschen aus und mündet statt in einer gemeinsamen erkenntis aus unseren argumenten eher in rechthaberei (auch meinerseits). Auch wenn es nicht höflich ist, sich, nachdem man das letzte wort hatte, rauszuziehen, tue ich das hiermit, sonst steigere ich mich noch random in was rein :)
Edit: bin verpeilt, das letzte Wort hast natürlich du und nicht ich, wenn ich mich verziehe
Was die Haltersauer einer Aktie Mit der Amortisation von Unternehmens Investitionen zu tun haben soll, ist mir nicht ganz klar. Würde das korrelieren, würden Aktien Unternehmen ja grundsätzlich keine langfristigen bzw. im Zeitverlauf weniger langfristige Investitionen tätigen. Dafür gibt es keine Anhaltspunkte.
Das mit Hessen lassen wir mal nicht dahingestellt. Zumindest der Rechnungshof hat es als zu gering kritisiert. https://www.hessenschau.de/wirtschaft/sparkassen-sollen-mehr-von-ihrem-gewinn-an-kommunen-geben-v1,rechnungshof-sparkassen-gewinnausschuettung-100.html
Deutschlandweit machen die sich eher einen schlanken Fuß und bilden lieber Rücklagen, weil haben besser als brauchen.
Und wie du hier selbst zitierst sind die von Gesetzeswegen nicht zum aufstellen von Geldautomaten an jeder Milchkanne verpflichtet. Kreditwirtschaft geht heute auch ohne Bargeld oder Filiale.
Und die bedarfsorientierte Vergabe von Wohnungen in öffentlicher Hand klingt sinnvoll, wenn man ignoriert dass die Bedarfsungerechte Verteilung heute Ergebnis bestehender Regulierung ist. Noch dazu neue Regulierung wie auch die Vergesellschaftungen jetzt nicht nach Bedarf zuteilen sondern diejenigen segnen, die zufälligerweise jetzt darin wohnen. Schön für die Besserverdiener darin. Nicht gerechter. Wie man mir hier andernorts erklärt ist ja keine Verstaatlichung sondern Umwandlung in eine Genossenschaft geplant, was den Spielraum in Zukunft ja in die Hand der Genossen und eben nicht der Stadt gibt.