Aus gegebenem Anlass, hier der faktencheck!

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      1 day ago

      Da fehlt ein Wort.

      Was ich damit sagen will: wenn Die öffentliche Hand so viel geiler wirtschaftet, dass sie sowohl die Arbeitnehmer besser bezahlen kann, als auch günstigere Mieten anbieten kann, warum nutzt sie dieses ganze Potenzial dann nicht, um massiv neu zu bauen?

      Hier wird ein Argument gemacht, des besseren Wirtschaftens, für das ich keine Belege sehe.

      • horsesaysweird@feddit.org
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        23 hours ago

        Weil es politisch nicht gewollt ist. Wenn die Regierung möchte, dass Immobilien privaten Investoren gehören, dann investiert sie natürlich nichts in städtische Immobilien. Ist doch logisch.

          • horsesaysweird@feddit.org
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            7 hours ago

            Ja? Wenn man glaubt, dass eine Investition dumm ist, dann tätigt man sie nicht. Das ist eine so grundlegend logische Schlussfolgerung, dass ich nicht weiß, wie ich das noch ausführen soll.

            Investitionen passieren nicht auf magische Art und Weise, weil sie wirtschaftlich sinnvoll sind, sondern weil Marktakteure glauben, dass sie wirtschaftlich sinnvoll sind. Dass sich Glaube und Realität zu 100 % decken ist eine Fehlannahme von Leuten, die denken, die unsichtbare Hand des Marktes reguliert alles perfekt. Das tut sie aber nur in einer idealen Welt, in der jeder Marktakteur bestens informiert ist und keine ideologischen oder emotionalen Verblendungen hat.

            • brainwashed@feddit.org
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              7 hours ago

              Die unsichtbare Hand regelt garnichts perfekt, auch weil das am Ende im Auge des Betrachters liegt. Höchstens effizient. Und grade auf dem Wohnungsmarkt haben wir viele Betrachter und zahlreiche Zielkonflikte. Günstige Mieten vs. modernen, energetisch sanierten Wohnraum. Wunderschäne Asphaltwüste auf dem Tempelhofer Feld vs. Bauland.

              Das interessanteste ist aber, dass all diese Marktkritiker am Ende denken, dass ein Staat der sich aus genau so fehlbaren, korrupten und korrumpierbaren Gestalten zusammensetz dann am Ende bessere Ergebnisse hervorbringt. Weil den wählen wir ja mit Glück alle paar Jahre mal.

      • Imke@feddit.org
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        24 hours ago

        Ob sie allg. besser wirtschaften, weiß ich nicht aber rechtlich gesehen dürfen eben keine langfristigen gewinne gemacht werden und z.b. die spitzengehälter werden vom verwaltungsrat, in denen politische Vertreter sitzen, bestimmt. Dadurch fließt ein guter Brocken geld zurück in die AöR, die dann damit Dinge tun kann, die aber vorgegeben sind (eben Neubau, Sanierung, günstigere mieten, Rücklagen, etc.). Es wird ja viel öffentliches Geld in Neubau gesteckt, ich denke mal, warum gerade in Berlin die Vergesellschaftungsdebatte entbrennt, ist, der allg. Platzmangel in der Stadt (kein platz–>keine Konkurrenz bei hoher Nachfrage–> Markt regelt nicht). Berlin ist ja schon sehr verdichtet, da geht es wenn überhaupt (bin keine Berlinerin) eher in die weite peripherie. In Städten mit viel Platz zum bauen, wird denke ich eher neues erschlossen, statt vergesellschaftet. Was man auch nicht vergessen darf, dass viele Berliner wohnungen in privater konzernhand (am.Beispiel Vinovia sogar der größte teil) eigentlich öffentlich gebaut und irgendwann privatisiert wurden.

        • brainwashed@feddit.org
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          23 hours ago

          Wenn sie nicht besser wirtschaften kann man sich den Stunt sparen. Und AöR sind auch keine Garanten für weniger Verwaltungswasserkopf oder bessere/günstigere Dienstleistungen für die Kundschaft. Man schaue sich nur die viel zu vielen Sparkassen in Deutschland mit ihren meist objektiv schlechteren Bedingungen an.

          Der Platzmangel in Berlin wird durch die Vergesellschaftung ja auch nicht adressiert. Man könnte ja mal das Tempelhofer Feld bebauen… ah ne… es gibt nen wünschdirwas Volksentscheid und der heilige Asphalt da darf nicht besudelt werden. Organische Nachverdichtung durch Bestandsmieter die viel Wohnraum für wenig Geld mieten will das deutsche Mietrecht auch nicht. Höher bauen ist auch böse.

          Und natürlich hat es Gründe, warum Berlin seinen öffentlichen Bestand irgendwann veräußert hat. Der Grund war nicht, dass die Wohnungen so gut und günstig waren und die Anstalten so gut gewirtschaftet haben.

          • Imke@feddit.org
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            15 hours ago

            Wenn sie nicht besser wirtschaften kann man sich den Stunt sparen.

            Gutes oder schlechtes wirtschaften ist sowohl öffentlich als auch privat möglich. Ich würde sogar behaupten dass bei den heutigen AnlegerInnenstrukturen es sogar sehr schwierig ist, privat langfristig gut zu wirtschaften, denn hier sind schnelle Ergebnisse sehr wichtig, um die AnlegerInnen bei Laune zu halten und Sanierungen liefern definitiv eher langfristige Vorteile. Das sind ja keine “traditionellen unternehmerischen Familien, die den langfristigen firmenerfolg von Generation zu Generation weitergeben wollen”. Mit gut oder schlecht wirtschaften habe ursprünglich ich auch gar nicht argumentiert.

            Und AöR sind auch keine Garanten für weniger Verwaltungswasserkopf Das stimmt, öffentliche Strukturen neigen zu viel Verwaltung. Diese ist aber günstiger als die permanente enorme private gewinnabschöpfung und hat zudem nicht nur nachteile.

            oder bessere/günstigere Dienstleistungen für die Kundschaft. Man schaue sich nur die viel zu vielen Sparkassen in Deutschland mit ihren meist objektiv schlechteren Bedingungen an. Die Sparkassen arbeiten mit gewinnabschöpfung durch die Kommunen, deshalb hinkt der Vergleich ein wenig (nichtsdestotrotz ist der gewinn natürlich nicht privat und steht der Kommune und somit wieder der öffebtlichkeiz zur Verfügung). Zudem haben die Sparkassen unter anderem den politischen Zweck, auch in ländlichen gegenden Filialen und Automaten zu betreiben (für private lohnt sich das nicht), sowie servicepersonal möglichst bteitflächig zur Verfügung zu stellen. Das führt zu den hohen kontoführungsgebühren. Z.b. reine Direktbanken haben da natürlich auch bessere Konditionen. Ein Beispiel für eine öffentliche direktbank mit günstigen Konditionen ist imho die DKB als Tochter der bayrischen Landesbank. Objektiv schlechter sind die Sparkassen auch nicht, eben wegen der hohen ländlichen automatendichte (für landeier mit bargeldbedarf) und z.b. ältere, die mit digitalen Strukturen nicht gut klar kommen… Ob das jetzt nötig ist, sei dahingestellt aber die kosten kommen nicht von nichts uns müssen bei AöRs gerechtfertigt werden. Ich musste in meinem leben schon häufig umziehen und bei der Wohnungssuche waren die öffentlichen preislich immer um einiges günstiger als die vergkeichbaren privaten, auch wenn es meistens Wartelisten gab und natürlich grundsätzlich Unterklasse oder untere Mittelklasse Wohnungen sind (für meinen bedürfnisse ausreichend und mehr Prunk könnte ich mir eh nicht leisten).

            Der "Platzmangel in Berlin wird durch die Vergesellschaftung ja auch nicht adressiert. Man könnte ja mal das Tempelhofer Feld bebauen… ah ne… es gibt nen wünschdirwas Volksentscheid und der heilige Asphalt da darf nicht besudelt werden. Organische Nachverdichtung durch Bestandsmieter die viel Wohnraum für wenig Geld mieten will das deutsche Mietrecht auch nicht. Höher bauen ist auch böse."

            Das stimmt natürlich. So wie ich es verstanden habe, war das aber auch gar nicht der Anspruch der Vergesellschaftung, zumindest hab ich noch nie als Argument gehört, dass dadurch mehr Wohnraum geschaffen wird.

            Und natürlich hat es Gründe, warum Berlin seinen öffentlichen Bestand irgendwann veräußert hat. Der Grund war nicht, dass die Wohnungen so gut und günstig waren und die Anstalten so gut gewirtschaftet haben. Man mag es nicht glauben aber das war Anfang der 2000er, wird parteiübergreifend bereut und es gab damals eine große Anzahl leerstehender Wohnungen in B (Google sagt 150000). Das ist offensichtlich nicht mehr der Fall, eher im Gegenteil. Dazu kam der Berliner Bankenskandal und man hat gehofft, durch den Verkauf ein paar haushaltslöcher zu schließen. Aber stimmt, hochverschuldet war die GSW damals schon (und keine AöR btw). Im.öffentlichen Wohnungsbau (KP wie das bei der gsw war) sind aber hohe schulden normal und in der Regel unproblematische investitionsschulden. Das gilt genauso für unser privates Beispiel vonovia (40 mrd. Euro schulden), trotzdem können diese gewinne erwirtschaften.

            • brainwashed@feddit.org
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              8 hours ago

              Ich würde sogar behaupten dass bei den heutigen AnlegerInnenstrukturen es sogar sehr schwierig ist, privat langfristig gut zu wirtschaften, denn hier sind schnelle Ergebnisse sehr wichtig, um die AnlegerInnen bei Laune zu halten und Sanierungen liefern definitiv eher langfristige Vorteile.

              Das ist erstmal irgendeine Behauptung. Ich will doch als Anleger, dass die Substanz aus der ich meinen Mietzins beziehe langfristig erhalten bleibt oder im zweifel sogar durch Sanierung aufgewertet wird, damit ich den Mietzins erhöhen kann. Alas, genau das verbietet der Milieuschutz in Berlin ja teilweise, wenn man so Luxussanierungen wie checks notes Duschkabinen einbaut. Eine Farce!

              Diese ist aber günstiger als die permanente enorme private gewinnabschöpfung und hat zudem nicht nur nachteile.

              Sie kann grundsätzlich günstiger sein, geschieht ja aber unter den selben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (hoher Zins, Teuerung), denen alle anderen Vermieter in Berlin unterworfen sind. Sie muss nicht günstiger sein und auf dem Weg kann viel schiefgehen. Aber paar neue Pöstchen springen dabei bestimmt raus.

              Die Sparkassen arbeiten mit gewinnabschöpfung durch die Kommunen

              Das kann man gut und gerne als rein theoretische Möglichkeit abheften. Sparkassen schütten so gut wie nichts an ihre Eigentümer aus. Ab und zu gibt es pressewirksam eine Spende an einen Kindergarten oder einen Barfußpfad. Das wars.

              Zudem haben die Sparkassen unter anderem den politischen Zweck, auch in ländlichen gegenden Filialen und Automaten zu betreiben

              Das mögen sich irgendwelche Boomer so wünschen, das ist nirgendwo festgelegt.

              Ein Beispiel für eine öffentliche direktbank mit günstigen Konditionen ist imho die DKB als Tochter der bayrischen Landesbank.

              Die Landesbank hat sich völlig aus der DKB zurückgezogen, die DKB ist keine Tochter mehr.

              So wie ich es verstanden habe, war das aber auch gar nicht der Anspruch der Vergesellschaftung, zumindest hab ich noch nie als Argument gehört, dass dadurch mehr Wohnraum geschaffen wird.

              Wenn nicht mehr Wohnraum geschaffen wird ändert es nichts am Wohnungsmangel. Der gemeine Berliner kann dann noch immer nicht umziehen, auch wenn er, könnte er in eine der dann vergemeinschafteten Wohnungen ziehen, dann weniger Miete zahlen würde. Ich könnte auch mehr Rentner in zu große Vierzimmerwohnungen setzen, mich freuen, dass die jetzt günstig wohnen. Bringt das der jungen Familie was?

              Das gilt genauso für unser privates Beispiel vonovia (40 mrd. Euro schulden), trotzdem können diese gewinne erwirtschaften.

              Hohe Schulden an sich sind ja nicht das Problem. Ich habe auch höhere Schulden als der mittlere Azubi. Relevant sind hier die Gewinne bzw. dass keine Verluste anfallen. Das Potenzial direkt auf den desolaten Berliner Haushalt durchzuschlagen, ist jedenfalls enorm.