Der Autor Manfred Böhm darf sich gerne in die Ukraine begeben. Dann schauen wir mal, wie er nach vier Jahren 24/7 Bedrohung der eigenen körperlichen Unversehrtheit bzw. Bedrohung seines Lebens durch den russischen Agressor kommuniziert. Da macht man es sich zu einfach mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger aus dem fernen Deutschland.
Ähm, ja, macht es sich. Aber sein Appell an die Sprache gilt ja auch bspw. der Bundesregierung oder dem FAZ Korrespondenten, der “mehr Russen töten” wollte. Die kommen ja nun auch nicht gerade aus dem Schützengraben.
Schon komisch, dass hier nur die Ukraine als Beispiel für entmenschlichende Rhetorik genannt wird. Die andere Seite ist natürlich ein reines humanitäres Idealbild.
Hatte ich mir Anfangs auch gedacht, nach einigen Gedanken, habe ich mich trotzdem dazu entschlossen diesen hier zu posten. Aus dem Grund heraus, dass mir der Artikel mehr als eine Gesellschaftkritik erscheint, rund um den Umgang mit der Verherlichung vom Tod & Dehumanisierung, als eine Kritik gegen die Ukraine. Meiner Meinung nach schiesst er auf die dehumanisierende Sprache der Regierung, der Presse und uns sowie, wie stumpf wir dieser von Rhetorik geworden sind, solange sie unsere Seite bestärkt.
Hätte ich den Artilel als eine reine Kritik gegen die Emazipation der Ukraine gesehen, hätt ich den Artikel nicht geteilt.
Und gibt vor allem ja auch noch ein anderes Land, welches definitiv eine ganze Bevölkerungsgruppe genozidiert und entmenschlicht und mit deutschen Waffen versorgt wird.
Ich bin nicht sicher das ich das richtig lese - aber es klingt für mich das die Aussprache dieser unangenehmen Einsicht problematisiert wird: nur wenn kurzfristig sehr viel mehr russische Soldaten in kurzer Zeit zu getötet werden, gibt es eine Chance, das nicht noch viel mehr langfristig durch den Fleischwolf gedreht werden und der Krieg endet.




