Vor rund einem Jahr wurde der österreichische Investor Benko wegen Schädigung seiner Gläubiger verurteilt. Der Prozess musste neu aufgerollt werden, das Strafmaß wurde erhöht. Ein Mietkostenvorschuss wurde dem Ex-Milliardär zum Verhängnis.
Meinst du, er wurde nur verurteilt, weil er nicht aus alteingesessenen Gaunerkreisen stammt, sondern sich aus einfachen Verhältnissen hochgegaunert hat?
Benko wurde hier nicht für Diebstahl verurteilt, sondern dafür, Geld seines Unternehmens ausgegeben zu haben, obwohl es nicht mehr solide genug da stand und damit seine Gläubiger bzw deren Ansprüche geschädigt zu haben.
Komplexe Sachverhalte vermehrt vereinfacht zu betrachten ist genau das Einfallstor für populistische Bauernfängerei, die wir momentan überall erfahren müssen.
So wird dann aus einer Verurteilung Benkos in einem Verfahren, das lediglich einen der vielen Anklagepunkte behandelt, die ihm zur Last gelegt werden und für die er sich in anderen Verfahren noch verantworten muss, eine stark verkürzte und vereinfachende Aussage. Ganz ehrlich gefragt: wie fundiert ist diese Aussage denn wirklich? Basiert sie auf der Beobachtung des Verfahrens? Auf einer fachlichen, ehrlichen Einschätzung des Urteils? Oder basiert sie auf den sechs Worten der Artikel-Überschrift vermischt mit Vorurteilen und grundsätzlich aufgestauten “Systemfrust”?
Ich will dich persönlich hier gar nicht ankacken. Ich glaube nur, dass es auch diese vermehrte Tendenz zum starken, emotionalisierenden Vereinfachen von Dingen um uns herum ist, das uns empfänglich macht für die simplifizierten Lügen der Populisten wie Trump, der AfD und Co. Dass man schon aufpassen sollte, sein Denken nicht vom trügerischen Gift des Populismus beeinflussen zu lassen, sondern grundsätzlich den Anspruch behalten sollte, auf die Dinge möglichst klar und nüchtern zu schauen. Was, btw, überhaupt nicht heißt, dass man so tun soll, als sei alles paletti und perfekt.
Klassenjustiz
Oh, das ist nur das zweite verfahren, 2 Jahre hat er schon und da laufen noch ein paar
Meinst du, er wurde nur verurteilt, weil er nicht aus alteingesessenen Gaunerkreisen stammt, sondern sich aus einfachen Verhältnissen hochgegaunert hat?
Nein, ich meinte, dass Nicht-Reiche schon für Diebstähle von unter einer Million für deutlich länger müssen.
Benko wurde hier nicht für Diebstahl verurteilt, sondern dafür, Geld seines Unternehmens ausgegeben zu haben, obwohl es nicht mehr solide genug da stand und damit seine Gläubiger bzw deren Ansprüche geschädigt zu haben.
Tomayto, Tomahto, wie man bei den Angelsachsen sagt.
Finde ich tatsächlich nicht.
Komplexe Sachverhalte vermehrt vereinfacht zu betrachten ist genau das Einfallstor für populistische Bauernfängerei, die wir momentan überall erfahren müssen.
So wird dann aus einer Verurteilung Benkos in einem Verfahren, das lediglich einen der vielen Anklagepunkte behandelt, die ihm zur Last gelegt werden und für die er sich in anderen Verfahren noch verantworten muss, eine stark verkürzte und vereinfachende Aussage. Ganz ehrlich gefragt: wie fundiert ist diese Aussage denn wirklich? Basiert sie auf der Beobachtung des Verfahrens? Auf einer fachlichen, ehrlichen Einschätzung des Urteils? Oder basiert sie auf den sechs Worten der Artikel-Überschrift vermischt mit Vorurteilen und grundsätzlich aufgestauten “Systemfrust”?
Ich will dich persönlich hier gar nicht ankacken. Ich glaube nur, dass es auch diese vermehrte Tendenz zum starken, emotionalisierenden Vereinfachen von Dingen um uns herum ist, das uns empfänglich macht für die simplifizierten Lügen der Populisten wie Trump, der AfD und Co. Dass man schon aufpassen sollte, sein Denken nicht vom trügerischen Gift des Populismus beeinflussen zu lassen, sondern grundsätzlich den Anspruch behalten sollte, auf die Dinge möglichst klar und nüchtern zu schauen. Was, btw, überhaupt nicht heißt, dass man so tun soll, als sei alles paletti und perfekt.